Maria und ihre Oma vor dem Haus, in dem sie leben
Maria* will Ärztin werden. „Ich glaube aber nicht, dass daraus etwas wird“, schränkt sie sofort ein. „Dafür sind wir zu arm. Verkäuferin in einer Bäckerei wäre auch okay.“ Maria ist 13 Jahre alt. Seit sie klein ist, lebt sie bei ihrer Oma im moldawischen Ceadir Lunga. „Meine Mutter ist irgendwann nach einem Familienstreit abgehauen und nicht wieder gekommen“, erklärt sie. „Mein Vater lebt in Russland, um Geld zu verdienen. Er war vor vier Jahren das letzte Mal zuhause. Wegen des Krieges kann er derzeit nicht einreisen.“. Maria vermutet, dass er längst eine neue Familie hat. Sie telefoniert regelmäßig mit ihm.
Maria und ihre Großmutter leben von 150 Euro im Monat in einem kleinen Haus. Erst seit kurzem haben sie fließendes Wasser. humedicas örtlicher Partner Asociata Gloria hat ihnen einen Wasseranschluss eingebaut. Unterstützung vom Staat gibt es nicht, weil beide Elternteile noch am Leben sind. Oft geht deshalb am Monatsende das Geld aus. Ihre Oma gibt alles für ihre Enkelin, hat ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt. Nach der Schule besucht Maria die Kindertagestätte, die humedicas örtliche Partnerorganisation betreibt. Dort bekommt sie eine warme Mahlzeit und Hilfe bei den Hausaufgaben. Auch Freizeitaktivitäten werden dort angeboten. Jetzt im Sommer nimmt sie an einem Freizeitcamp in der Hauptstadt Chisinau teil. Das ist etwas ganz Besonderes.
Maria hat Weihnachten ein "Geschenk mit Herz" bekommen. Der Gruß der Familie, die das Päckchen gepackt hat, hängt noch am Spiegel.
Genau wie die Weihnachtspäckchen der humedica-Aktion „Geschenk mit Herz“, die Maria jedes Mal bekommt. Zuhause am Spiegel hängt noch die Grußkarte der Familie, die ihr Päckchen gepackt hat. „Ich freue mich jedes Jahr, wenn in der Kindertagestätte die Geschenke verteilt werden,“ erklärt Maria. „Was ganz Besonderes sind oft die Hygieneartikel. Die sind hier in Moldawien nämlich besonders teuer.“
humedica unterstützt die Kindertagesstätte von Maria aber nicht nur mit Weihnachtsgeschenken. Immer wieder kommen dort auch Lastwagen mit anderen Hilfsgütern an, die es der Kita erst möglich machen, Zufluchtsort für Kinder wie Maria zu sein. Schuhe oder Kleidung werden zum Beispiel aus Deutschland geschickt und dann an die Familien verteilt. Die Hilfsgüter werden meist von deutschen Firmen gespendet und dank der Spendengelder nach Moldawien und andere Länder geschickt.
*Name geändert
Diese Kindertagesstätte ist Marias Zufluchtsort.